1. LuAZ-Treffen in Deutschland

Vom 25. - 28.Mai 2006 fand in Reichwalde auf dem Gelände des Offroad-Eventveranstalters Tilo Graupner das 1.LuAZ-Treffen in Deutschland statt. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Tilo, der dieses Treffen in dieser Form ermöglichte. Trotz der Terminkollision mit dem Militärfahrzeugtreffen in der Steiermark und des doch zeitweise kaltnassem Wetter folgten immerhin 10 Fahrzeuge dem Aufruf zum Treffen und legten zum Teil eine nicht unerhebliche Anreise zurück. Einer kam sogar aus Ungarn!
Großes Pech hatte der einzige angemeldete Nichtschwimmer LuAZ: Er blieb mit Motorschaden daheim.
Leider waren am Freitag, an dem das obige Gruppenfoto entstand, noch nicht alle da. Einige kamen erst gegen Abend oder nur für´s Wochenende. Die Anwesenden jedoch hielt es nicht davon ab, die Seetüchtigkeit ihrer Fahrzeuge bei relativ rauher See unter Beweis zu stellen.
Tatort war ein doch stattliches Baggerloch von beträchtlichem Ausmaß. Der Wind blies stark in die Bucht und kräuselte zum Teil die Wellen auf der Oberfläche, so daß die eine oder andere gelegentlich über den original bedenklich kleinen Freibord schwappte. Abgesoffen ist dadurch niemand, aber es steigerte die Adrenalin-Werte im Blut. Wer zu nervös wurde, hatte genügend Möglichkeit mit dem Allrad im Sand zu spielen.
 
 
LuAZ-Fahrer sind Individualisten: Kaum ein Fahrzeug, welches dem anderen glich. Die meisten Fahrzeuge waren doch den Vorstellungen Ihrer Besitzer nach "verbessert" worden - zumindest, was die Schwimmtüchtigkeit angeht. Die erhöhte Bordwand ist für Wasserfahrten absolut empfehlenswert und die Aufnahme eines Außenbordmotors sorgt dann für ein schnelleres Vorankommen. 
Ein edles Exemplar der Schwimmergattung in neuwertigem originalem Zustand. Aber auch hier ist der Freibord um 10cm erhöht. Allerdings mit verschraubbaren Blechen, so daß der Originalzustand problemlos jederzeit wiederhergestellt werden kann. 
Kaum zu glauben: Der Eigner dieses Fahrzeuges benutzt den Wagen als Alltagswagen. Er fährt damit täglich zur Arbeit und scheut auch nicht davor zurück, dabei die Elbe zu durchqueren, sollte der Stau in Hamburg ihn wieder nerven. Für zügigeres Vorankommen hat er den doch recht lahmen Sappo-Motor gegen ein Ford-Fiesta-Aggregat getauscht, so daß ihn jetzt 50PS beflügeln! Freiborderhöhung, Außenbordmotor und Bootsbeleuchtung sind hier obligatorisch! Die Wasserkühlung nötigte eine Neugestaltung der Frontmaske. Der Schriftzug auf dem Kühlergrill mag den Eingeweihten verwundern - es ist trotzdem ein LuAZ.
Zwar mit fehlender Freiborderhöhung, aber zumindest mit dichter Laderaumabdeckung, die beim rausfahren aus dem Gewässer das gefährliche Unterschneiden an steilen Ufern verhindert. Dafür für´s Gelände optimiert: Der Wagen hat eine zusätzliche manuell zuschaltbare Differentialsperre für die Vorderachse. Original besitzt der LuAZ nur eine Sperre an der Hinterachse. 
Ein sehr frühes Fahrzeug noch mit runden Rücklichtern. Der LuAZ 967 (ohne "M") war original nur mit Standlichtern so wie einem Suchscheinwerfer ausgerüstet. Hauptscheinwerfer oder Blinker suchte man vergebens. Der schwarze Kasten auf der Lenksäule beinhaltete einen Winkelspiegel, mit dem der Fahrer in der Lage war, in liegender Position das Fahrzeug zu steuern und über die Motorhaube zu sehen. Zu diesem Zwecke konnte die Lenksäule tiefer gestellt und die Rückenlehne zur Liege abgeklappt werden. Die hochgeklappten Spurbrücken dienten dann als Kugelfang (nicht im Bild). Man will kaum glauben, daß solcherart einst Sanitäter ins Feld geschickt wurden um verletzte Soldaten mit einem solchen Auto zu bergen.
Hier eine 967M Ausführung ohne Heckklappe. Die Heckklappe erleichterte das Beladen des Fahrzeuges, neigte aber bei fortschreitendem Alter zu Undichtigkeiten. Daher wurde sie bei späten Fahrzeugen häufig wegrationalisiert.
Und dann ging es endlich zum Baggersee. Letzte Vorbereitungen für die anstehende Wasserung wurden getroffen. Die Gegend war traumhaft zum Spielen und das Wasser hatte fast das hellblaue Leuchten karibischer Korallenbuchten.
Anfangs wollte sich keiner richtig reintrauen. Der Sand war zum Teil sehr weich und die Sandbänke tückisch. Andreas fuhr sich als erster auf einer dieser hinterhältigen Sandbänke fest und mußte geborgen werden. Diese Aktion brach jedoch das Eis und immer mehr LuAZe wurden gen Wasser gesteuert.
Wo hat man das schon mal, dass man gleich mehrere dieser seltenen Fahrzeuge beim Baden beobachten kann?
Noch mal der frühe 967, ohne Frontmaske. Im Hintergrund ein schwehrgewichtiger Gast: Auch der BAZ drehte ein paar Runden zu Demonstrationszwecken in dem Baggerloch. Allerdings erst, als alle Kleinfahrzeuge das Wasser wieder verlassen hatten. Womöglich hätte es sonst doch den einen oder anderen Untergang zur Folge gehabt, denn der LKW zog eine gehörige Heckwelle hinter sich her.
Leider gab es auch technische Verluste: Eine hintere Antriebswelle war der Beanspruchung im Gelände nicht mehr länger gewachsen und verdrehte sich wie ein Korkenzieher. Aber Dank Tilo, der nicht nur seine Werkstatt zur Verfügung stellte, sondern zudem noch mit einer neuen Antriebswelle aufwarten konnte, war das Problem im Nu gelöst.
Eigentlich der 11.LuAZ im Bunde. Dieses Fahrzeug steht im Reichwalder Geländewagen-Museum und wurde am Nachmittag von Allen ausgiebig besichtigt. 

Am Samstag waren wir dann wieder schwimmen - diesmal jedoch auf einem wesentlich ruhigerem weil kleinerem Gewässer. Leider hab ich an dem Tag keine Bilder mehr machen können, da meine Kamera in Ermangelung elektrischer Energie in den Streik ging.

Es sei noch erwähnt, dass das 1.LuAZ-Treffen Deutschlands in Anlehnung an das zeitgleich stattfindende 7.Reichwalder Schwimmwagentreffen stattfand. Wo das Schwimmwagentereffen aufhörte und das LuAZ-Treffen anfing oder umgekehrt war nicht wirklich auszumachen. Das verschwamm so ein bischen, was aber niemanden störte. Außer den LuAZ gab es daher noch einen GAZ46 und einen VW166 in Aktion zu erleben. Alles in Allem war es ein sehr interessantes und kurzweiliges Treffen und es bleibt nur zu hoffen, dass es nicht das letzte war.

Denn LuAZ-Fahrer sind glücklichere Menschen... 



Dass nicht alle teilgenommenen LuAZ-Fahrzeuge abgebildet sind, bitte ich zu entschuldigen. Dies liegt an o.g. technischem Problem entladener Batterien. Wenn jemand mir weitere Bilder der fehlenden Teilnehmer-Farzeuge zur Verfügung stellt, werde ich diese Seite gerne Vervollständigen. Meinen herzlichen Dank an Paul Raiser, der mir einige Bilder von meinem eigenen LuAZ in Aktion gemailt hat. Von seinem eigenen Fahrzeug kann man ja immer sehr schlecht selber Aufnahmen machen. Danke Paul!